BERGSEENLAND LUNGAU, Teil 2

Rosaninsee & Rotgüldensee

Der Rosaninsee

Hoch oben auf 2.048 Metern ruht der Rosaninsee. Er liegt direkt unter dem großen Königsstuhl (2.336 m) auf einer Hochebene mit Matten und Schneeresten. Früher gab es hier auch Wald, der aber dem Erzbergbau zum Opfer fiel. Hier spielt eine Sage, die von den verborgenen Schätzen im Berg handelt – das Freimannsloch. Das Freimannsloch ist eine Höhle zwischen Stangalm und Rosanin. Dort holte jedes Jahr ein Fremder Schätze heraus und sprach einst zu einem armen Hirten: „Wenn die Leute wüssten, welcher Reichtum auf der Stangalpe verborgen liegt, dürften sie sich nicht so plagen.“ Danach wurde der Fremde nie wieder gesehen. Der Hirt ging also in die Höhle und fand wahrhaftig Gold und Silber. Viele Male machte er sich auf den Weg und häufte in seinem Heim Reichtümer an, die den Neid der Nachbarn nach sich zogen. Sie Beschuldigten ihn einen Vermissten ausgeraubt und getötet zu haben und so zu plötzlichem Reichtum gekommen zu sein. Da der Hirte nichts von der Höhle verraten wollte und den Vorwurf nicht entkräften konnte, wurde er in Kerkerhaft genommen. Erst einen Tag vor seiner Hinrichtung vertraute er sich dem Scharfrichter an und erzählte ihm die ganze Wahrheit. Dieser aber behielt das Geheimnis für sich und tötete den Hirten. Seither muss der gierige Scharfrichter in der Höhle als Geist über allen Goldgräbern und Ausbeutern sein Schwert schwingen. Sagenhaft ist auch der Weg zum See. Diesen erreicht man in etwa eineinhalb Stunden von der Dr. Josef Mehrl Hütte (1.730 m) auf dem Weg # 126. Zum Königsstuhl hoch geht man nochmal etwa eine Stunde.

Die Rotgüldenseen

Der Name der beiden Rotgüldenseen kommt nicht von ungefähr. Im Abendrot, wenn die letzten Sonnenstrahlen über das Wasser streichen, leuchten sie Rotgold. Sie liegen in der Hafnergruppe im Osten der Hohen Tauern und sind durch ihre Lage und Färbung bei Bergwanderern bekannt. Der kleinere obere See liegt auf 1.996 m und wird von den Karen des Großen Hafner (3.076 m) gespeist. Der untere See liegt über 200 m unterhalb und hat seine größere Ausdehnung und Tiefe dem Staudamm zu verdanken. Rundherum gedeiht eine üppige Alpenvegetation mit Alpenrosen und Zwergprimeln. Eine Almhütte am See sorgt für das leibliche Wohl der Wanderer. Dem See liegt auch eine traurige Sage zu Grunde (im wahrsten Sinn des Wortes). Ein reicher Bergwerkbesitzer soll der Tochter die Liebe zu einem armen Bergknappen verweigert haben. Daraufhin wurde sie so krank, dass sie starb. Der Vater war so verzweifelt und hasste von diesem Tag an nichts mehr als Gold. Er versenkte seinen ganzen Reichtum in den Seen. Seither werden sie Rotgüldenseen genannt. Wanderer erreichen die Seen vom Parkplatz beim Arsenhaus (1.341 m) über den naturkundlichen Lehrpfad. Der Weg zum oberen See ist nur für geübte Wanderer empfehlenswert, da hier ausgesetzte Steige mit Fixseil warten. Die 455 Höhenmeter bis zum unteren Rotgüldensee kann man in etwa einer Stunde absolvieren.