BERGSEENLAND LUNGAU

Blauseen & Trogalmseen

Blauseen

Wer zu den Blauseen aufsteigen will, muss über 2.000 m hoch steigen. Hier oben auf 2.013 m liegt ein einsames Kar, umgeben vom großen und kleinen Pleißlingkeil, den höchsten Spitzen der Radstädter Tauern. Der Weg dorthin beginnt im Lantschfeldtal am Almtor. Dort, in der Nähe des Holzlagerplatzes, kann man das Auto parken und über den Weg Nr. 744 bis zum Hüttendorf (1.649 m) aufsteigen. Weiter geht es dann hinauf zum Windsfeld (1.950 m), wo der Steig nach rechts zu den Blauseen abzweigt. Alles in allem benötigt man für die 880 Höhenmeter ca. dreieinhalb Stunden. Man sollte auch die Zeit für den Rückweg mit einberechnen. Oben an den Blauseen hat man einen wunderschönen Ausblick über die Tauern und auf das almreiche Lantschfeld. Im Talschluss befand sich einst eines der größten Lungauer Almdörfer mit mehr als 20 Hütten und einem kleinen Kirchlein, das man wieder renoviert hat. Durch einen Lawinenabgang in den 1930er Jahren wurde ein Großteil der Hütten vernichtet. Den Sennerinnen in den Hütten wurden allerlei wunderliche Dinge nachgesagt und so wurden sie auch scherzhaft „La´schfödhexen“ genannt. Der Aberglaube ging sogar soweit, dass die Lungauer meinten es gäbe Regenwetter, sobald die Sennerinnen auf die Almen hochgingen. Heute betreiben hier noch der Müllnerbauer aus Unternberg und die Genossenschaftsalm Lantschfeld Almwirtschaft.

Trogalmseen

Die Trogalmseen sind in gewisser Weise einzigartig im Lungau. Denn im Gegensatz zu den anderen portraitierten Seen dieser Serie wurden sie von Menschen angelegt. Sie dienen im Winter als Speicherseen für die Beschneiung der Skipisten. Trotzdem sind die Trogalmseen ein sehr beliebtes Wanderziel, denn sie wurden mit viel Gefühl in die Landschaft eingefügt. Zu den Trogalmseen gelangt man über zwei Wege. Der erste Weg führt von St. Michael, gegenüber dem Gasthof zur Post über die Schulstraße nach St. Martin-Berg. Anschließend hält man sich bei der Panoramatafel links Richtung Sonndörfl auf dem Weg Nr. 93. Dort geht man beim Bacherhof rechts zum Grubental und hinauf zur Trogalm. 2,5 Stunden ist man dabei unterwegs. Der zweite Weg beginnt in Mauterndorf. Dort folgt man dem alten Liftweg bzw. Forstweg zum Skizentrum, der auch Trogweg genannt wird. Wer sich die Gehzeit von etwa 2,5 Stunden ersparen will, kann auch mit der Kabinenbahn hochfahren und von der Bergstation hinunter zur Trogalm (1.808 m) bzw. den Trogalmseen wandern oder hoch zur Speiereckhütte auf 2.072 m. Ja, das Speiereck (2.411 m) ist ein sagenumwobener Berg im Lungau. Er wurde auch als Hexenberg bezeichnet, um den sich dunkle Geschichten ranken. Wie kam es dazu? Am Preber ging die Sonne auf und hinter dem Speiereck erlosch jeden Tag das Licht des Tages. Die Einheimischen glaubten, dass mit der Herrschaft der Nacht eine höllische Gesellschaft von Hexen und Zauberern die Macht übernimmt. Nach dem Volksglauben trieb die Seele des „Schörgentoni“ auf dem Speiereck ihr Unwesen. Es wurde ihm nachgesagt, dass er das Wetter mache, Felsen auf das weidende Vieh schleudere und in der mitternächtlichen Geisterstunde Hexen und Zauberer empfing. Die Angst war so groß, dass man einen Kapuzinerpater hinaufschickte, der dem Spuk ein Ende machen sollte. Heute liegt der Zauber dieses Berges ganz einfach in dem herrlichen Ausblick auf das Lungauer Becken.