BERGSEENLAND LUNGAU, Teil 3

Schlierersee & Esser See

Der Schlierersee

Der Schlierersee liegt idyllisch auf 1.710 m im Zederhaustal. Von hoch oben schaut das Weißeck (2.711 m) auf den See herunter. Der schöne Berggipfel und der stille See ergeben zusammen ein eindrucksvolles Fotomotiv. Der See befindet sich, im Naturpark Riedingtal am Südrand der Niederen Tauern. Im Talbecken des Riedingtales lässt man direkt neben dem Tauerntunnel-Südportal das Auto am Parkplatz (1.345 m) stehen. Taleinwärts geht man entlang einer Schotterstraße leicht ansteigend über Wiesen und Weiden ins Vordere Riedingtal. Man folgt dem Wildbach und passiert die Brünnwandquellen bis der ansprechende Weg zur Schliereralm (1.495 m) und zum gleichnamigen See führt. Im See spielt auch eine alte Sage. Am Schwarzenbichlerhof, dem letzten Hof im Tal klopfte einst in einer stürmischen, stockfinsteren Nacht ein seltsamer Besucher an. Als die Bäuerin die Tür öffnete stand da ein graues Bergmandl mit knielangem Bart und Sturmlaterne vor ihr. Das Mandl hieß die Bäuerin ihm zu folgen, was sie auch tat. Steil hinauf führte sie das seltsame Geschöpf zu den Felswänden des Weißecks und sagte: „Dort oben treffen wir den Weißeckhund, der in dieser Mitternachtsstunde mit einem eisernen Schlüssel im Maul erscheinen wird. Damit kann man alle Schätze im Berg aufschließen!“ Als er von dem Ungeheuer erzählte, verlor die Bäuerin allen Mut. Der Schatz blieb an seinem Ort. Aber es heißt, wenn die Zirbe vor dem Schwarzenbichler Hof gefällt wird, um daraus eine Wiege zu fertigen, dann wird das Kind das darin liegt, alle Schätze dieses Berges gewinnen.

Der Esser See

Etwas über 2.000 m muss man schon hochsteigen, um den Esser See bestaunen zu können. Er liegt auf 2.088 m im Naturpark Riedingtal. Der Weg dorthin führt vom Parkplatz Jakoberalm im Naturpark Riedingtal Zederhaus bis ca. 500 m vor die Schliereralm. Dort zweigt er nach rechts ab auf einen Güterweg zur Jakoberalm (1.839 m). Bis dorthin ist man eine Stunde unterwegs. Auf dem Weg Nr. 702 geht es dann westwärts direkt zum Esser See. Jeder See im Lungau hat eine Geschichte zu erzählen, so auch dieser. Er erzählt die Geschichte vom Hofmetzger und dem Zederhauser Brot. Einst wanderten die Salzburger Viehhändler nach Zederhaus, um hier Ochsen und Kälber zu kaufen. Auch der Hofmetzger Perner machte sich auf den weiten Weg, um die erzbischöfliche Tafel mit Fleisch zu beliefern. In Zederhaus wurde er mit einem Almbauern einig und der Handel mit Handschlag besiegelt. Da trug die Bäuerin noch eine Jause mit Butter und Brot auf. Die Almbutter aß der Hofmetzger, das Brot aber steckte der feine Mann in die Tasche und meinte: „Das nehm ich mit nach Salzburg, sollen die Herren dort sehen, was ihr für schlechtes Brot habt.“ Auf dem Rückweg überraschte ihn am Tappenkar ein böses Wetter. Erschöpft und hungrig kramte er das Zederhauser Brot hervor. Mit kleinen Bissen stärkte er sich und kam wieder zu Kräften. So gut hatte ihm noch nie ein Brot geschmeckt.