BERGSEENLAND LUNGAU

Boarnlacke, Mühlbachsee & Rothenwändersee

Boarnlacke

Die Boarnlacke liegt auf 2.114 m. Es ist ein kleiner See, eben eine Lacke. So klein das Gewässer auch ist, so groß sind die Kräfte der Menschen die hier leben. Die Zederhauser sind der Legende nach sehr stark. Die Sage vom groben Sohn von Ignaz Kürsinger erzählt davon. In dieser Geschichte schickte ein Zederhauser Bauer einen seiner Söhne mit einem geschossenen Hirschen nach Moosham. Der starke Bursch verwendete dafür aber nicht den üblichen Wagen, sondern trug das schwere Tier auf seinen Schultern, ehe er es am Ziel ablegte. Auf die verwunderte Frage nach einem Fuhrwerk, sagte der Bursche: „Ist nicht der Müh wert, dass man wegen so einem Teufel ein Ross beschlagen ließe. Sind ja alle auf der Weide.“

Für den Weg nach oben braucht es nicht unbedingt übermenschliche Kräfte. Entlang der Mautstraße gelangt man bis zur Schliereralm im Naturpark Riedingtal. Von dort geht es hoch zur Königalm und am Almwanderweg weiter bis zur Zauneralm. Über den Weg # 711 erreicht man die schön gelegene Boarnlacke. Der Weg benötigt etwa zwei Stunden Gehzeit zum See.

Mühlbachsee

Von der Haltestelle Hub der Linie # 770 kann man zum Mühlbachsee auf 2.115 m wandern. Dabei geht es auf einem Almgüterweg beim Mitterhuberbauern auf die Nahendfeldalmen. Weiter wandert man auf dem markierten Steig vorbei an den Lechneralmen über Wiesen und Almmatten zum smaragdgrünen Mühlbachsee.

Der Mühlbachsee hat seinen Namen nicht umsonst. In den hauseigenen Bauernmühlen (Gmachlmühlen in Zederhaus genannt) wurden Roggen, Hafer und Gerste gemahlen. Es gab aber auch Müller, die das Gewerbe hauptberuflich ausübten. In einer Geschichte geht es um einen geizigen Müller. Er hätte am liebsten das Korn des ganzen Tales für sich gehabt und war neidisch auf die Mühlen der kleinen Bauern. So entwendete er Korn und behielt anvertrautes Korn für sich, so oft er eine Möglichkeit dazu sah. Eines Nachts schlich er sich wieder einmal in eine Nachbarmühle und stahl einen ganzen Sack Korn. Als er diesen in seiner Mühle absetzte geschah Sonderbares. Sein Bart begann so schnell zu wachsen, dass er in Windeseile über den Boden bis hinaus zur Tür schnellte. Auch wenn er den Bart mit einer Schere kürzte, so wuchs er doch so schnell nach, dass nicht an Arbeit zu denken war. In seiner Not fragte er einen weisen Mann, der ihm riet: „Gib zurück, was Du anderen genommen hast!“ Der Müller tat reumütig wie ihm geheißen und brachte einen Sack nach dem anderen zurück. Mit jedem Sack schrumpfte sein Bart und als alle Säcke zurückgebracht waren, war er erlöst. Seither ist der Müller nicht mehr geizig.

Rothenwändersee

Auf 2.010 m glänzt der Rothenwändersee. Man erreicht ihn ebenfalls vom Naturpark Riedingtal aus. Vom Parkplatz der Jakoberalm geht man einen Güterweg bis zur Jakoberalm auf 1.839 m Seehöhe. Von dort wandert man auf dem Tauernhöhenweg # 702 hinauf zum Rothenwändersee. Dann weiter bis zur Großkesselalm und zurück auf dem Weg # 741. Eine Geschichte zum Rothenwändersee gibt es nicht, dafür aber eine über das Wetter in den Bergen. In früherer Zeit war auch im Lungau das Wetterschießen gebräuchlich. Damit wollte man im Hochsommer die schweren Gewitter vertreiben. Wenn ein schweres Gewitter herannahte, wurde mit Böllern geschossen. Dabei wurden der Legende nach manchmal auch goldene Haarnadeln heruntergeschossen, die von Hexen herrührten. Die Wetterhexen, die auf den Wolken ritten, trugen solche Nadeln im Haar. Haare, die in den Hagelkörnern enthalten waren, wurden ebenfalls als von Hexen herrührend gedeutet.