BERGSEENLAND LUNGAU

Twenger Almsee & Schönalmsee

Twenger Almsee

Den Twenger Almsee erreicht man trotz der beträchtlichen Höhe von 2.120 m relativ schnell. Da die Wanderung erst bei ca. 1.600 m beginnt, verringert sich die Gehzeit zum See auf zwei Stunden. Per Auto oder Bus (Linie 780 bzw. Linie 710) geht es zum Startpunkt, der Jugendherberge Schaidberg in Obertauern. Von dort führt der Weg # 8 zuerst zur Ernsthütte (nicht bewirtschaftet) auf 1.869 m. Dann geht es flach über die Twenger Alm und kurz vor dem Stall links über sanfte Almböden und zwei steilere Anstiege hinauf zum See. Der Twenger Almsee ist wunderbar gelegen und bietet traumhafte Ausblicke über das weite Twenger Tal sowie die Radstädter Tauern. Oberhalb der Scharte, beim Übergang zum Schönalmsee, eröffnet sich dem Wanderer ein einzigartiges Panorama über drei Seen. Der Lungauer Sagensammler Michael Tweng stieß hier bei den Almbauern auch auf eine alte Sage. Nach dieser sind der Twenger Almsee und der auf der gegenüberliegenden Talseite liegende Schönalmsee unterirdisch verbunden. Schon die alten Römer zogen hier vorbei und gründeten auf der Passhöhe eine Herberge für die Handelsreisenden. Diese wird mansio genannt und beherbergt heute noch einen Friedhof der Namenlosen. Im Mittelalter verlor der Weg an Bedeutung, weil der Weg über den Oberhüttensattel weniger gefährlich war.

Oberer Schönalmsee

Der Obere Schönalmsee liegt in Sichtweite des Twenger Almsees auf der anderen Talseite, nur fünf Meter tiefer als dieser auf 2.115 m. Man erreicht ihn mit etwas Aufwand in ca. dreieinhalb Stunden. Der Weg wird als mittel bis schwer eingestuft und beginnt beim Parkplatz Znachtal im hinteren Weißpriachtal. Dieser ist mit Auto oder Bus (Linie 710) gut erreichbar. Auf dem Schotterweg # 770 geht man vorbei an der Granglerhütte (1.320 m) bis zur Weggabelung Ulnhütte, wo sich die Tälerbus-Haltestelle befindet. Hinter der Hütte links überquert man die Longa und kommt vorbei an einem tosenden Wasserfall. Nach etwa 200 m biegt man links in einen markierten Wandersteig bis zur bewirtschafteten Tonimörtlhütte. Von dort geht man zuerst gerade und dann links vorbei am Wirpitschsee (1.699 m) bis zum Unteren Schönalmsee (1.893 m). Ab hier steigt der Weg an, bis man den Oberen Schönalmsee erreicht. Auf dem langen Bergkamm, der von der Tauernhöhe bis zur Fanninghöhe reicht, liegt die prachtvolle und seenreiche Berglandschaft auf der auch die Schönlam liegt. Nicht umsonst heißt die Alm so, denn bei den Sennerinnen und Sennern war die Alm sehr beliebt. Heute erinnern nur noch Mauerreste an diese Zeit in der Schafe, Schweine und Ziegen hier oben hausten und Musikanten zum Tanz aufspielten. Genau von dieser Zeit berichtet eine Sage. Sie handelt von geheimnisvollen Wildfrauen, die in Höhlen hausten und sich unter die Tanzenden mischten. Ihre Gewänder waren fein und die hellen und langen Haare dufteten nach Hollerblüten. In die feierliche Stimmung mit Tanz und Juchizern mischte sich ein unbekannter Jäger, der manches Paar entzweite und einige Frauen verführte. Ob es der Satan persönlich war, lässt sich nicht sagen, aber in der Satanswand bei Tweng mussten die Tänzerinnen für ihren frevelhaften Leichtsinn büßen.