Ein halbes Leben auf dem Golfplatz

Greenkeeper Reinfried Bayr im Gespräch

Seit beinahe 25 Jahren arbeitet Reinfried Bayr als Greenkeeper auf dem Golfplatz Lungau in St. Michael, seit 2011 als Head Greenkeeper. Der St. Michaeler erzählt uns, was das Schöne an seinem Job ist und was den Golfplatz so besonders macht…

Lieber Herr Bayr, wie sind Sie zu Ihrer Tätigkeit für den Golfplatz St. Michael gekommen?

Mein Onkel hat dort gearbeitet und mich im Sommer 1994 mitgenommen. Zunächst war ich im Sommer am Golfplatz und im Winter beim Skilift beschäftigt. Seit 2006 bin ich nun das ganze Jahr über am Golfplatz, seit 2011 als Head Greenkeeper.

Eigentlich habe ich KFZ-Mechaniker gelernt, habe dann später die zweijährige Greenkeeper-Fachausbildung gemacht. Jetzt bin ich 46 Jahre alt und schon mein halbes Leben auf dem Golfplatz tätig!

Im Sommer sind 8 Personen am Golfplatz beschäftigt und 3 weitere im Büro, dazu haben wir ja auch ein Restaurant, einen Golfshop und eine Golfschule, hier ist noch weiteres Personal beschäftigt.

Welche Arbeiten sind übers Jahr hinweg zu tun?

Im Winter bin ich der einzige, der am Golfplatz ist und kümmere mich dementsprechend um alles was ansteht wie eventuelle Schäden durch Unwetter oder Ähnliches. Im Herbst bis etwa Dezember kann man noch draußen arbeiten am Areal, dann werden vor allem die diversen Maschinen gewartet und repariert. Ab März geht es dann wieder nach draußen.

Wir streuen ein spezielles Mehl, damit der Rasen schneller schneefrei wird, räumen auf, machen alles sauber, richten alles her, dann wird gemäht und diverse Pflegearbeiten stehen an. Im Frühjahr wird beispielsweise aerifiziert – dabei werden mit einer Maschine ca. 2 cm große Stöpsel aus dem Boden gezogen, anschließend wird Quarzsand darauf gestreut und wieder in den Boden gebürstet. Dadurch bekommt der Boden mehr Sauerstoff und ist trittsicherer. Im Frühjahr kommt das Grün dann von selbst, bei leichten Froststellen wird bewässert – nachgesät wird nur, wenn keine Tricks mehr helfen.

Wie ist denn die Beschaffenheit des Golfplatzes und des Bodens generell?

Teils haben wir lehmigen Boden, teils durchlässigen. Wenn es viel regnet, dann kann es schon sein, dass kurz etwas Wasser stehen bleibt. Aber mit unseren Drainagen ist das eigentlich kein Problem. Der Platz an sich ist sehr eben, mit ein paar kleinen Hügeln.

Man hat Blick auf die wunderschöne Bergwelt, das beeindruckt die Gäste natürlich immer besonders. Im Allgemeinen ein sehr gepflegter und top ausgestatteter Golfplatz!

Wer spielt denn eher – Einheimische oder Gäste?

Beides! Die Mitglieder des Golfclubs sind natürlich eher Einheimische, aber auch Gäste belegen gerne Kurse oder kommen, um hier ihre Platzreife zu machen, im Urlaub zu trainieren oder an Turnieren teilzunehmen.

Spielen Sie auch selbst?

Ja, das macht schon Sinn, denn dann versteht man einfach besser, was die Golfer brauchen. Ich hab im Moment Handicap 26,9 – da sieht man einfach Sachen am Rasen, die man sonst nicht sieht. Und wenn ein Golfer einen Wunsch hat, kann man darauf eingehen.

Was gefällt Ihnen besonders gut an Ihrem Job?

Dass es ein sehr abwechslungsreicher Job ist – man muss immer auf die Situation reagieren, jeden Tag aufs Neue. Einiges kann man beeinflussen, aber das Wetter zum Beispiel nicht. Da steht immer etwas anderes an!

Und was ist für Sie das Besondere am Lungau?

Das Schöne am Lungau ist, dass es hier noch ein bissl ruhiger und gemütlicher abläuft als in der stressigen Welt draußen. Ich würde den Lungau nie eintauschen wollen – wir leben hier, wo andere in Urlaub fahren, ein schönes Fleckchen Erde!
Der 18 Loch Golfplatz St. Michael ist einer der höchstgelegenen Golfplätze in Österreich und gilt als einer der schönsten und anspruchsvollsten des Landes!

Weitere Infos: www.golf-club-lungau.com

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