Erntedank im Lungau

Ortsbäuerin Johanna Bliem im Gespräch

Bunter Bauernherbst im Salzburger Lungau: Bis zum November erfreuen zahlreiche traditionelle Veranstaltungen das Genießerherz! Ein Fixpunkt dabei ist die beliebte und über die Landesgrenzen hinaus bekannte Erntedankprozession mit anschließendem Marktfest und Samsonumzug.

Die herbstliche Tradition lockt am 24. September auch in diesem Jahr Zuschauer von nah und fern in die Region. Mit einem Gottesdienst zum Erntedank, der anschließenden Prozession nach Stranach in Begleitung der Bürgermusik St. Michael und der örtlichen Vereine sowie dem Samsonumzug und dem Marktfest zeigt sich der Herbst von seiner schönsten Seite.

Beim Bauernherbst sind vor allem die Bäuerinnen der Region eingebunden und bieten kulinarische Spezialitäten an, es gibt handwerkliche Vorführungen und ein schönes Rahmenprogramm.

Ortsbäuerin Johanna „Hanni“ Bliem erzählt uns, was im Herbst zu tun ist und woraus die Vorbereitungen zu den Erntefesten bestehen…

Wie war denn die heurige Ernte, liebe Frau Bliem, und was ist derzeit zu tun?

Im Moment ist die Kartoffelernte in vollem Gang und das letzte Getreide wird eingebracht. Das ist natürlich immer wetterbedingt. Auch müssen Rüben, Sauerkraut und andere zu verarbeitende Speisen noch eingemacht und haltbar gemacht werden.

Bei der Ernte in diesem Jahr können wir zufrieden sein, auch wenn es ein paar mehr sonnige Tage vertragen hätte. Beim ersten Getreideschnitt war es eher kalt, grundsätzlich können wir uns aber nicht beklagen!

Wie gestalten sich die Vorbereitungen für das Erntedankfest?

Wir Bäuerinnen gestalten zu Erntedank die Erntekrone. Schon im Sommer haben wir dafür das Getreide zusammengesucht, kurz vor dem Fest wird es dann zusammengebunden. Wir binden zudem aus Preiselbeer-Grün das Kreuz und dekorieren den Erntewagen.

Das ist bei uns immer noch ein von zwei Pferden gezogener Holzwagen, der mit Sonnenblumen, Dahlien, Gemüse, Erdäpfeln und anderen Schätzen aus unseren Gärten und von unseren Feldern geschmückt wird.

Beim Marktfest selbst stellt jede von uns Bäuerinnen eine andere Köstlichkeit her – Krapfen, Knödel, Brot und viel anderes. Diese Spezialitäten werden an einem der vielen Marktstände serviert. Wir entscheiden uns bewusst, nur regionale Produkte anzubieten – hier gibt´s kein Schnitzel, sondern Kasnocken, Kartoffelsuppe und selbst gemachte Würstel.

Was ist für Sie das Besondere am Leben im Lungau?

Der Lungau ist unser Arbeitsplatz und unser Lebensraum zugleich. Die Gegend ist nicht überlastet, es lässt sich hier gut leben. Wir sind vom Klima her vor großen Unwettern verschont, leben in Einklang mit der Natur und haben besonders gute Luft. Und die Gemeinschaft bei uns ist einfach besonders – hier ist niemand allein, überall wird zusammengeholfen und man kümmert sich um den anderen. Das schätze ich sehr!

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