Faszinierende Tradition: der Samson-Umzug

Samson-Träger Peter Lassacher im Gespräch

Der faszinierende Brauch des Samson-Umzugs geht auf das 16. Jahrhundert zurück, seitdem zählt der Marsch der 6 Meter hohen Samson-Figur – begleitet von Musikkapelle und Schützenverein – zu den saisonalen und kulturellen Höhepunkten St. Michaels. Im Samson steckt dabei der 26-jährige Landwirt Peter Lassacher, der uns mehr über die Tradition erzählt…

Lieber Peter, seit wann trägst du den Samson?

Ich bin 2011 gefragt worden, ob ich Samson-Träger sein möchte und bin seitdem dabei. In den fünf Jahren habe ich jeden Umzug als Samson mitgemacht.

Was ist genau deine Aufgabe?

Der Samson wiegt ungefähr 70 Kilo – ich stecke also in der Holzkonstruktion und trage sie während des Umzugs. Dabei drehe ich mich als Samson, er tanzt Walzer. Das kann bis zu 3 Stunden dauern, ist also eine recht schwere Angelegenheit. Im Sommer kann es schon auch sehr schwül unter dem Holz werden – dazwischen kann ich zwar etwas trinken, aber der Samson wird erst ganz zum Schluss wieder abgesetzt.

Es gibt ja mehrere verschiedene Samson-Figuren im Lungau…

Ja genau, die Dörfer haben jeweils ihren eigenen Samson. Meistens geht während eines Umzugs nur der jeweilige Samson aus dem Ort mit, manchmal gibt es aber auch Samson-Treffen, da sieht man dann mehrere gleichzeitig.

Jeder Samson sieht anders aus! St. Michael hat den kleinsten Samson, weil die Wege durch den Ort früher sehr schmal und nicht asphaltiert waren. Er ist aber auch der älteste und wurde am längsten nicht verändert.

Wird der Samson denn zwischen den Umzügen auch „gewartet“?

Es werden dazwischen immer kleine Reparaturen gemacht. Der Samson ist über 250 Jahre alt, da sind halt immer Kleinigkeiten zu reparieren. Manchmal machen wir von der Samson-Gruppe das selbst, manchmal helfen uns Spezialisten aus der Region dabei.

Wird so ein Umzug einstudiert, übt der Samson vorher?

Ich probiere den Samson meistens vorher noch einmal aus, um mich an das Gewicht zu gewöhnen. Mit der Musikkapelle und dem Schützenverein wird aber nie geübt, das wird beim Umzug improvisiert.

Ich habe den Samson jetzt fünf Jahre lang bei jedem Umzug getragen – wir haben nun aber auch mit zwei neuen Burschen probiert und können da in Zukunft vielleicht etwas abwechseln.

Was gefällt dir am Besten beim Umzug?

Die Gemeinschaft mit der ganzen Gruppe ist das Schönste! Später sitzen wir immer noch zusammen, es geht sehr gemütlich zu. Die Gäste sind natürlich immer recht beeindruckt – das freut mich natürlich auch!

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