Hüttenwirt mit Leib und Seele

Franz Sampl von der Peterbaueralm im Interview

Seit genau 40 Jahren führt Franz Sampl die Peterbaueralm am Speiereck. Der Hüttenwirt erzählt uns, was sich im Laufe der Jahrzehnte verändert hat, wie sein perfekter Arbeitstag beginnt und was ihm besondere Freude macht…

Lieber Franz, wie hat vor 40 Jahren alles begonnen auf der Peterbaueralm?

Seit 1978 bin ich nun schon oben auf der Alm – vor genau 40 Jahren haben wir angefangen mit einer Würstelbude beim Lift. Im Jahr 1979 haben wir dann die Hütte gebaut, mit 50 Sitzplätzen. Im Laufe der Jahre sind wir sukzessive gewachsen, mittlerweile verfügen wir über 450 Sitzplätze!

Angefangen haben wir zu zweit, mein Bruder und ich – mittlerweile arbeiten wir mit 16 Personen im Betrieb.

Es wurde regelmäßig etwas gemacht, aber 2011 gab es den größten Umbau, bei dem die ganze Küche erneuert wurde und wir 130 Sitzplätze für die Skischule geschaffen haben. Seitdem kann die ganze Skischule gemeinsam bei uns zu Mittag essen kommen!

Was macht dir besondere Freude an deinem Beruf?

Keine Lust habe ich überhaupt nie gehabt! Natürlich kann es anstrengend sein, wenn man jeden Tag der erste und abends der letzte in der Hütte ist. Da freue ich mich auch auf den etwas ruhigeren Herbst, wo ich in der Landwirtschaft zu Hause mithelfe.

Wir haben in der Familie im Tal eine Landwirtschaft und züchten schottische Hochlandrinder, die im Sommer auch auf der Alm grasen. Das ist für eine Hütte schon etwas Besonderes, denn beinahe unser gesamtes Fleisch – abgesehen von sehr wenigen Ausnahmen – kommt aus dem eigenen Betrieb. Die Qualität gibt es selten in einer Skihütte!

Wir verkaufen in unserem Hofladen auf der Alm – übrigens mit 2000 m der höchstgelegene in Österreich – auch andere eigene Produkte wie Marmelade, eingelegtes Gemüse oder Würstel.

Und was sind für dich die schönsten Momente als Wirt?

Im Sommer finde ich das Chorfestival „Feuer & Stimme“ immer besonders schön. Das ist schon sehr beeindruckend, wenn 1300 Leute beim Aussichtsplatz gemeinsam singen, da bekommt man Gänsehaut!

Wir haben auch andere schöne Veranstaltungen wie Konzerte oder Hochzeiten, die immer besonders stimmungsvoll sind. Letztens zum Beispiel eine Dixieland-Band im Schnee!

Eure Frühstücke sind ja mittlerweile auch sehr bekannt…

Ja genau, immer mittwochs während der Wintersaison gibt es seit diesem Jahr neu „Erste(r) am Berg“: Der Lift fährt schon um 8 Uhr los, ab halb 9 gibt es bei uns dann für die ersten Skifahrer ein großes Frühstücksbuffet.

Im Sommer ebenfalls mittwochs gibt es das Sonnenaufgangsfrühstück – um halb 5 fährt der Lift hinauf, dann gibt es eine geführte Wanderung und die Besucher können den Sonnenaufgang mit Blick über den gesamten Lungau genießen. Dann kommen sie zu uns frühstücken. Auch immer wieder ein Highlight!

Freitags heißt es im Winter immer „Skitourengeher willkommen“ bei uns: Wir haben abends bis halb 9 geöffnet und begrüßen alle Skitourengeher. Das gibt es seit 2010 und wird immer mehr genutzt!

Wie und wann beginnt dein Arbeitstag?

Beim Sonnenaufgangsfrühstück im Sommer am frühesten, nämlich schon um halb 3! Ich bin jeden Tag – im Sommer und im Winter – derjenige, der im Finsteren mit dem Lift hinauf fährt und kann den Sonnenaufgang oben genießen. Im Sommer haben wir 3 Tage in der Woche geöffnet, im Winter läuft der Betrieb beinahe rund um die Uhr. Trotzdem gefällt es mir einfach, mit den Gästen in Kontakt zu sein. Es ist toll, Stammgäste über 40 Jahre immer wieder zu sehen, die einstigen Kinder haben irgendwann selbst Kinder und werden dann Großeltern…

Hast du besondere Wünsche für die Zukunft?

Nicht wirklich – seit unserem großen Umbau 2011 läuft alles wirklich besonders toll. Wir haben auch eine super Zusammenarbeit mit allen, dem Tourismusverband, dem Liftwart, jeder zieht an einem Strang!

Lediglich die Situation am Arbeitsmarkt im Gastgewebe gibt mir zu denken. Es ist anstrengend, jedes Jahr neue Leute suchen und anlernen zu müssen. Glücklicherweise haben wir aber viel Stammpersonal, und dieses kommt zur Hälfte aus der Gegend – da laufen dann einige Dinge Gott sei Dank einfach jährlich reibungslos weiter.

Was magst du am Lungau besonders gerne?

Der Lungau ist schon in sich etwas Besonders, weil er so abgeschlossen ist. Das Klima ist perfekt, im Winter nicht zu kalt und im Sommer nicht zu warm. Die Aussicht ist fantastisch, du siehst von unserer Alm bis zu den Karawanken, zum Dachstein usw. Wir sind da daheim, wo andere Urlaub machen!

Infos zur Alm: www.peterbaueralm.at

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