Alles dreht sich um den Ächtleng

Kartoffel-Freuden im Lungau

Am 2. September ist es wieder soweit: Beim Lungauer Ächtlengfest dreht sich im Herzen von St. Michael alles um die besondere Knolle! Landwirt Hans Moser steht uns Rede und Antwort zum Thema Ächtleng…

Ein Programm mit musikalischer Umrahmung, Spielen für Kinder und Erwachsene, einer Schaubrennerei, der Krönung des Ächtlengkönigs und natürlich kulinarischen Highlights rund um den Ächtleng lädt am 2. September ab 16 Uhr in St. Michael zum Feiern ein.

Besonders spannend: Eine Ächtlengsammlung zeigt, wie vielfältig und in verschiedenen Sorten die Lungauer Spezialität daherkommt. Präsentiert wird die Sammlung von Landwirt Hans Moser, der an seinem Hof mehr als 30 verschiedene Kartoffelsorten anbaut und sich mit dem Lungauer Traditionsprodukt besonders gut auskennt.

Lieber Herr Moser, was ist denn eigentlich genau ein Ächtleng und weshalb wächst er im Lungau besonders gut?

Ächtlenge oder Eachtlinge werden im Lungau die Erdäpfel, also Kartoffeln, genannt. Unser trockenes und sonnenreiches Klima mit kühlen Nächten und wenig Niederschlag sowie die Beschaffenheit des Bodens eignen sich seit jeher besonders gut für den Anbau von Kartoffeln. Die Qualität der Ernte ist einfach besonders gut und geschmackvoll!

Wie sind Sie dazu gekommen, so viele verschiedene Kartoffelsorten anzubauen?

Meine Lebensgefährtin Andrea und ich haben die Landwirtschaft meiner Eltern vor zwei Jahren übernommen. Es wurden dort seit jeher Kartoffeln angebaut, aber nicht in größeren Mengen. Vor ein paar Jahren habe ich etwas über die Erdäpfelregion Waldviertel gelesen, wo spezielle Sorten angebaut werden. Wir haben uns dann entschlossen, im Sinne der Vielfalt auch andere Sorten anzubauen. Und inzwischen sind aus zwei neuen Sorten 34 geworden…

Darunter auch einige blau- und rosafleischige, Sorten aus ganz Europa und Südamerika. Das Interesse der Leute aus der Region war sehr groß – vor allem, weil der Handel inzwischen fast keine mehligen Kartoffeln mehr führt und wir auch die typische blaue Sorte anbauen, die es seit jeher viel im Lungau gegeben hat.

Kann man also sagen, die Lungauer Blaue ist die typischste Sorte für die Region?

Im Lungau gab es früher viel Reiseverkehr, daher weiß man nicht, ob die so genannte Lungauer Blaue wirklich ursprünglich hierher stammt. Aber sie ist seit Langem typisch für die Region. Sie ist lila und metallisch glänzend, das Fleisch ist weiß-grau wenn es gekocht ist. Die älteren Leute hier kennen sie noch aus ihrer Kindheit!

Wir haben einige Versuche gemacht und Saatgut aus ganz Europa verglichen, um alte Sorten zu erhalten und wieder neu anzubauen. Sie sind einfach geschmacksintensiver!

Wo findet man Ihre Ächtlenge, abgesehen vom Fest am 2. September?

Wir bauen derzeit 0,6 Ha Kartoffeln an und wollen nicht größer werden. Wir verwenden nur Bio-Saatgut und produzieren in kleinen Mengen. Bei so vielen verschiedenen Sorten geht es auch gar nicht anders, einige müssen nach wie vor von Hand geerntet werden. Käfer werden händisch geklaubt, wir düngen mit dem Mist unserer Kühe und gespritzt wird bei uns gar nichts.

Deshalb verkaufen wir auch rein ab Hof und nur in kleinen Mengen an Delikatess-Geschäfte oder Lokale. Meine Lebensgefährtin berät auch jeden Kunden gerne, welche Sorte für welchen Zweck am Besten geeignet ist. Das macht uns einfach Freude, so kommen wir in Kontakt mit den Menschen!

Alle Informationen zum Ächtlengfest am 2. September: www.ächtlengfest.at

 

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