Mit Leidenschaft am Berg

Wanderführer Arno Wegmayr im Gespräch

Als begeisterter Bergwanderführer ist Arno Wegmayr mit 68 Jahren noch immer mindestens ein Mal pro Woche in den Bergen unterwegs. Für den Tourismusverband St. Michael führt er im Sommer und Herbst Gruppen durch den Lungau und zeigt den Gästen die Schönheit der Natur.

Herr Wegmayr, wie sind Sie Bergwanderführer geworden?

„Ich war schon als Jugendlicher ein begeisterter Bergsteiger! Mit 22 Jahren bin ich auf den Großglockner gegangen und hatte dort erstmals eine kleine Gruppe dabei. So habe ich mich entschlossen, verschiedene Ausbildungen im Rahmen der Alpinschule des Österreichischen Alpenvereins zu absolvieren.

Später bin ich beruflich nicht mehr so viel zum Wandern gekommen, in den letzten 15 Jahren dann wieder verstärkt. Für den Bergführer war ich da schon zu alt, ich habe deshalb die Bergwanderführer-Ausbildung gemacht. Das heißt, ich darf jetzt auf normalen Wanderwegen führen, überall da, wo man kein Seil, Pickel oder Steigeisen braucht.“

Was ist Ihnen bei Ihren Wanderungen besonders wichtig?

„40 Jahre lang war ich ehrenamtlich bei der Berg- und Naturwacht tätig, da habe ich mir viele Kenntnisse über Geologie, Flora und Fauna angeeignet. Deshalb liegt es mir jetzt am Herzen, den Gästen Wissen zu vermitteln und auch aufzuklären – zum Beispiel in Sachen Naturschutz oder Müllproblematik.

Auch auf die Sicherheit der Gäste achte ich besonders. Hierfür sind neben der entsprechenden Routenwahl und Überprüfung der Ausrüstung vor allem das Wetter und die Einschätzung desselben ein entscheidender Faktor. Ich hab mir ein breites meteorologisches Wissen bei meiner ehrenamtlichen Tätigkeit in der Lawinenwarnkommission St. Michael sowie bei der Sonderpilotenausbildung und letztendlich bei meiner fast 50-jährigen nebenberuflichen Tätigkeit als geprüfter Salzburger Landesschilehrer angeeignet.

Meine Gäste sind meist eher älter, ab 50 aufwärts, aber manchmal gehen auch Familien mit Kindern mit. Ich nehme jeden gerne mit, der interessiert ist an der Natur! Die größte Freude ist für mich, den Leuten die Schönheiten der Natur näher zu bringen und in Kontakt mit Menschen zu sein. Es ist mir eine Freude, dass ich das gesundheitlich noch machen kann und eine Ehre, für den Tourismusverband St. Michael tätig zu sein!“

Was macht für Sie den Lungau und St. Michael so besonders?

„Die Vielfalt der Landschaft! Wir haben hier eine unglaubliche Fülle auf kleinem Raum, sind umgeben von den Nockbergen, dem Tauernfenster, den Kalkbergen, bis hin zu den Schladminger Tauern. Deshalb gibt es im Lungau sehr verschiedene Pflanzenarten und viele Raritäten wie Orchideen oder die Zwergalpenrose – ein Relikt aus der Eiszeit.

St. Michael ist für mich so lebenswert, weil die Menschen offen und freundlich sind, jeder geht auf einen zu und ist per Du. Dass der Lungau Biosphärenpark geworden ist, ist kein Zufall. Da muss alles zusammenpassen: Natur, Wirtschaft und Fremdenverkehr. Die Unberührtheit der Landschaft in den Seitentälern ist bei uns herausragend. Unser großes Glück ist, dass wir früher keine großen Skigebiete gebaut haben – früher war das ein Nachteil, heute ist es wegen der Ruhe und auch der Unberührtheit der Natur nur ein Vorteil!“

 

Kommentare

Kommentare