Obfrau von 68 Musikern

Christine Kremser im Gespräch

Christine Kremser ist seit sechs Jahren Obfrau der Bürgermusik St. Michael – Querflöte spielt sie schon seit ihrem 9. Lebensjahr. Die 30-jährige Musikerin erzählt uns, was sie an der Musik fasziniert, wie sie 68 Musiker unter einen Hut bekommt und was sie an St. Michael besonders mag…

Wie sind Sie zur Musik und dann zur Bürgermusik gekommen, Frau Kremser?

Bei meiner Erstkommunion hat eine Frau in der Kirche Querflöte gespielt – das fand ich so toll, dass ich unbedingt damit anfangen wollte. Es hat dann aber noch zwei Jahre gedauert, bis meine Hände groß genug und auch meine Eltern überzeugt waren, in der 4. Klasse Volksschule habe ich mit dem Unterricht begonnen.

Meine Lehrerin war damals in der Musikkapelle tätig – sie war mir immer ein großes Vorbild und es war früh klar, dass ich da mitmachen und -marschieren wollte. Mit 13 Jahren bin ich dann eingestiegen!

Seitdem war ich quasi immer dabei, selbst während meiner Studienzeit in Salzburg. Die Musiprobe am Freitag und meistens eine Ausrückung am Samstag oder Sonntag waren Konstanten in meinem Leben, ein Großteil meines Freundeskreises ist auch im Verein tätig.

Was beinhaltet Ihre Rolle als Obfrau?

Im Jänner 2011 bin ich als Obfrau gewählt worden und kümmere mich seitdem um alles Organisatorische, was hinter den Kulissen anfällt. Bei insgesamt 68 Musikern ist das ein ganz schöner Aufwand! Den Bus bestellen, alle Musiker informieren, was wann wo stattfindet, die Neulinge betreuen, Termine mit der Gemeinde wahrnehmen, Feste mitorganisieren und so weiter. Glücklicherweise übernimmt auch unser Vorstand manche Aufgaben, ich habe mehrere Helfer in den eigenen Reihen und unser Kapellmeister ist offen für vieles.

Wir haben ungefähr 30 Ausrückungen pro Jahr, rund 40 Proben und Anfang April immer ein großes Frühlingskonzert. Trotz Aufwand macht das Ganze großen Spaß – bei uns ist immer was los, der jüngste Musiker ist 13 Jahre alt, der älteste 67.

Was mögen Sie am Lungau und an St. Michael besonders gern?

Das Brauchtum, das immer noch gelebt wird, auch mit der Musikkapelle.

Ob zu Fronleichnam oder zu Erntedank, jeder ist unterwegs, der Zusammenhalt ist extrem groß. Alles ist hier im Lungau persönlicher und man interessiert sich noch für das, was beim Nachbarn passiert. Ich sage immer: Klein aber fein!