Querschläger aus Leidenschaft

Musiker Fritz Messner im Interview

Seit 27 Jahren stehen die Lungauer Querschläger gemeinsam auf der Bühne und erfreuen mit ihrer lebendig-ursprünglichen Musik und den kritischen Texten das Publikum weit über die Grenzen des Salzburger Landes hinaus. Liederschreiber und Sänger Fritz Messner erzählt uns, was die Band zusammenhält, warum er im ursprünglichen Lungauer Dialekt singt und was er an seiner Heimat besonders schätzt…

Lieber Herr Messner, was macht das Besondere bei den Querschlägern aus? Was unterscheidet sie von anderen Formationen in Österreich?

Das Spezielle bei uns ist sicherlich, dass wir nicht nur Musikerkollegen, sondern wirklich Freunde sind. Das funktioniert schon seit 27 Jahren – in der aktuellen Besetzung seit 20 Jahren – und Tausenden Konzerten in Österreich und dem benachbarten Ausland.

Wir sind außerdem eine independent Band und machen alles selbst: Management, Agentur, Studio, Plattenfirma. Angebote hätten wir einige gehabt von Plattenfirmen, aber unter den gegebenen Vertragsbedingungen hätten wir uns zu Musiksklaven gemacht, also sind wir nie darauf eingegangen. Wir wollten uns und unsere Musik nicht verkaufen, da steckt unser ganzes Herzblut drin!

Wir haben uns also nie in eine Richtung verbogen, um mehr Popularität zu erreichen, weder vom Dialekt noch von Auftrittsorten oder anderen Komponenten her. Und damit sind wir sehr langfristig und glücklich gefahren!

Sie singen im ursprünglichen Lungauer Dialekt, legen sich nicht auf einen Musikstil fest und greifen in Ihren Texten auch lokale Themen auf…

Ja, aktuell verwenden viele Mundart-Bands in Österreich einen Pseudo-Dialekt, der überall leicht verständlich ist. Wir finden, dann braucht man aber gar keinen Dialekt zu singen… Den ursprünglichen Lungauer Dialekt zu bewahren und neu aufleben zu lassen – das lag und liegt uns am Herzen. Es gibt schließlich nur noch wenige Lungauer, die Lungauerisch reden wie vor 40 Jahren.

Musikalisch haben wir durch die Tatsache, dass sieben neugierige Menschen zusammenkommen, ein sehr breit gefächertes Musikrepertoire. Vom Autodidakt bis zum Musikuni-Absolventen ist bei uns Musikern alles dabei, und so ändert sich auch unsere Klangfarbe immer wieder…

Inhaltlich spiegeln unsere Texte unter anderem das Landleben im Lungau wider – und das hat sich natürlich sehr verändert in den letzten 27 Jahren. Es ist normal, dass nicht alles stehenbleibt! Wichtig ist aber, sich mit den Veränderungen auseinanderzusetzen, neue Ideen einzubringen, gute Kräfte zu bündeln und an einem Strang zu ziehen, um diese besondere Gegend zu erhalten und neu zu beleben.

Was schätzen Sie am Lungau und an St. Michael besonders?

Der Lungau ist ein wunderschöner Platz zum Leben – ich bin dankbar, dass ich mit dem, was ich gerne tue, mein Leben bestreiten und hier wohnen kann. Und ich bin davon überzeugt, dass viele Menschen gerne hier leben würden, wenn es noch mehr gute Jobs gäbe.

Wir haben das Glück, dass bei uns in der Vergangenheit einiges nicht passiert ist, zum Beispiel keine riesigen Skiorte errichtet worden sind. Deshalb kann man hier weit schauen, ohne etwas Schiaches zu sehen! Und deshalb kommen die Leute gerne zu uns –  wenn sie Rambazamba haben wollen, fahren sie woanders hin. Wir haben eine wunderschöne unberührte Landschaft und sind gut angebunden im Vergleich. Auf diese Stärke sollte man aufbauen!

Kommentare

Kommentare